SPÖ-Nationalrat verharmlost Kriegsgräuel: Rädler und Stocker fordern Rücktritt von Peter Wittmann

Das zerstörte Wiener Neustadt nach dem Zweiten Weltkrieg (c) Bundesheer

SPÖ-Bundesparteiobmann Kern und Landesparteivorsitzender Stadler sind gefordert

 

Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Wiener Neustadt und amtierende SPÖ-Bezirksparteiobmann Peter Wittmann hat endgültig eine Grenze überschritten, die weder in einer offenen politischen Debatte und noch weniger im historischen Grundkonsens unserer Republik zu rechtfertigen ist. Im Zuge einer Diskussion über die Entstehung des Marienmarkts am Wiener Neustädter Hauptplatz behauptete Wittmann zur geplanten Umgestaltung: „Was 52.000 Bomben nicht geschafft haben, macht jetzt Klaus Schneeberger.“

Zur Erinnerung: Wiener Neustadt zählt nach Hiroshima, Nagasaki, Dresden, Düren, Paderborn und Coventry zu jenen Städten, die im Luftkrieg während des Zweiten Weltkrieges die größten Zerstörungen hinnehmen mussten. Durch die Bombenabwürfe von 1943 bis 1945 starben etwa 900 Menschen, zu Kriegsende wiesen nur 18 (von insgesamt 4178) Objekte keinerlei Schäden auf.

„Peter Wittmann hat sich mit dieser Aussage für jedes politische Amt disqualifiziert. Besonders als Verfassungssprecher einer Regierungspartei sind solche Personen nicht haltbar. Daher fordern wir Peter Wittmann auf, die persönlichen Konsequenzen zu ziehen und unverzüglich zurück zu treten“ betonen VP-Nationalrat Bgm. Hans Rädler und VPWN-Stadtparteiobmann VBgm. Dr. Chrstian Stocker.

Gleichzeitig kündigt Rädler an, eine parlamentarische Anfrage zu den Äußerungen im Nationalrat einzubringen. „Schon seine Nordkorea-Kontakte und die Tatsache, dass er sich in China als Nationalratspräsident titulieren ließ, zeichnet seinen zweifelhaften politischen Umgang aus. Jetzt am Ende seiner politischen Laufbahn hat er anscheinend Resümee über seine politischen ‚Erfolge‘ gezogen. Als Staatssekretär in die Ecke gestellt, als Bürgermeister abgewählt, als SPÖ Bezirksobmann in 5 Gemeinden den SPÖ Bürgermeister bei Wahlen verloren, um jetzt zu dem Ergebnis zu kommen: an diesem Scheitern müssen andere Schuld sein, nicht er. Für ihn, der sich immer wieder als SPÖ Personalreserve für alle SPÖ-Positionen selbst ins Gespräch gebracht hat, ist es nunmehr bitter, am Abstellgleis gelandet zu sein. Hätte ein Nicht-SPÖler die von ihm gemachten Aussagen zu verantworten, würde wohl Wittmann jetzt die Faschismuskeule schwingen", so Rädler.

Abschließend betonen Rädler und Stocker: „Ob jemand, der die fast vollständige Zerstörung der Stadt Wiener Neustadt und die draus resultierenden Todesopfer verharmlost als Spitzenfunktionär der SPÖ Niederösterreich haltbar ist, haben die Genossinnen und Genossen zu entscheiden. Kern und Stadler sind hier gefordert. Für uns ist Peter Wittmann jedenfalls in keiner einzigen politischen Funktion mehr tragbar.“

Zum Hintergrund: Am Hauptplatz in Wiener Neustadt wird zur Aufwertung der Innenstadt ein fixer Wochenmarkt eröffnet, der zur Innenstadtbelebung beitragen soll. Dadurch wird das von Wittmann in seiner Zeit als Bürgermeister ausgearbeitete Hauptplatzkonzept überarbeitet und der Hauptplatz neu gestaltet.