Christian Stocker: Mangelndes Engagement der SPÖ gefährdet Stadion-Neubau

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Müller & Co können bis heute keine ausgereiftes Projekt präsentieren. Bürgerbefragung ist hinfällig bis die Finanzierung geklärt ist.

Wiener Neustadt hat eine Jahrzehnte lange Tradition als Sportstadt. Die Basis für alle sportlichen Erfolge waren und sind zeitgemäße Trainingsmethoden – dazu gehören auch zeitgemäße Sportstätten. Deshalb steht für die Volkspartei außer Zweifel: Wiener Neustadt braucht ein neues, multifunktionales Stadion, das den Anforderungen einer modernen Sportförderung gerecht wird. Aber dieses Projekt droht zu scheitern, weil die verantwortlichen SPÖ-Politiker bis heute keine solide Planung inklusive Kosten- und Finanzierungsmodell auf den Tisch legen können und gleichzeitig der klare politische Wille zur Umsetzung fehlt.

Die infrastrukturellen Probleme im Wiener Neustädter Stadion sind nicht erst seit gestern bekannt. Aber statt vorausschauend zu handeln, stehen Bernhard Müller und seine Genossen derzeit mit leeren Händen da. Warum kann die SPÖ bis heute kein ausgereiftes Projekt präsentieren? Und warum hat Bernhard Müller den Stadionneubau nicht zur Chefsache erklärt und persönlich mit dem zuständigen SPÖ-Minister um den Bundesfinanzierungsanteil verhandelt?

Diese Fragen zeigen, dass sich die SPÖ dem Neubau des Stadions in den vergangenen Jahren mit zu wenig Engagement und Leidenschaft gewidmet hat. Deshalb droht dem Projekt jetzt das Aus.

Das Land Niederösterreich hat sich beim geplanten Stadionneubau wieder als verlässlicher Partner von Wiener Neustadt erwiesen. Die zwischen Vizebürgermeister Christian Stocker und Landesrätin Petra Bohuslav ausverhandelte Drittelfinanzierung steht trotz der vielen offenen Fragen bei diesem Projekt bis heute.

Auf der anderen Seite kann es nicht sein, dass sich der Bund von der Finanzierung völlig verabschiedet und sich die Stadt mit mündlichen Absagen auf Beamtenebene abschasseln lassen muss. Diese Problem kann nur auf politischer Ebene in einem direkten Gespräch zwischen Bernhard Müller und dem zuständigen SPÖ-Minister geklärt werden. Diese Verhandlung hätte längst stattfinden müssen.

Die Bürgerbefragung über den neuen Standort ist jedenfalls hinfällig, bis die Finanzierung geklärt ist. Denn ohne zu wissen, ob sich die Stadt das neue Stadion überhaupt leisten kann, ist ein vernünftiges Antworten gar nicht möglich.